Der Wald im Main-Taunus-Kreis
Grüne Lunge zwischen Urbanität und Taunushang
Der Main-Taunus-Kreis (MTK) mag der flächenmäßig kleinste Landkreis Deutschlands sein, doch seine ökologische Bedeutung ist riesig. Als „grüne Lunge“ im Herzen des Rhein-Main-Gebiets leistet unser Wald Unverzichtbares für das Lokalklima, die Artenvielfalt und unsere Lebensqualität.
Zahlen & Fakten: Waldreichtum im Verdichtungsraum
Trotz der dichten Besiedlung sind rund 25 % der Kreisfläche bewaldet. Das entspricht einer Fläche von etwa 6.000 Hektar. Während der waldreiche Norden und Westen (Eppstein, Kelkheim, Hofheim) durch die Ausläufer des Hohen Taunus geprägt sind, zeigt sich im südlichen Main-Vorland eine deutlich stärkere landwirtschaftliche Prägung.
Wem gehört der Wald im MTK?
Die Verantwortung für unsere Wälder ist verteilt, wobei der öffentliche Anteil überwiegt:
• Körperschaftswald (ca. 60 %): Der Großteil ist im Besitz unserer Städte und Gemeinden (z. B. Stadtwald Hofheim oder Kelkheim). Hier hat die kommunale Politik direkten Einfluss auf eine naturnahe Bewirtschaftung.
• Staatswald (ca. 30 %): Diese Flächen gehören dem Land Hessen und werden durch HessenForst (Forstamt Königstein) betreut.
• Privat- und Kirchenwald (ca. 10 %): Kleinere, oft kleinteilig parzellierte Flächen in privater Hand.
Der Wald im Wandel: Vom Forst zum klimaresilienten Ökosystem
Der Klimawandel hinterlässt auch im Main-Taunus-Kreis deutliche Spuren. Die ehemals prägenden Fichtenbestände sind durch Dürre und Borkenkäfer fast vollständig verschwunden. Doch dieser schmerzhafte Verlust bietet auch eine Chance für den ökologischen Waldumbau:
1. Dominanz der Laubbäume: Mit einem Anteil von ca. 36 % Buche und 34 % Eiche ist der MTK-Wald bereits stark von heimischen Laubbaumarten geprägt.
2. Besonderheiten: Eine regionale Spezialität ist die Edelkastanie, die besonders rund um Kronberg und Hofheim gedeiht und von milderen Temperaturen profitiert.
3. Biodiversität fördern: Der BUND setzt sich im MTK dafür ein, den Anteil an Alt- und Totholz zu erhöhen. Diese Strukturen sind lebensnotwendig für Spechte, Fledermäuse und unzählige Insektenarten.
Unsere Vision: Naturschutz vor Holznutzung
Der BUND MTK macht sich für eine Waldwirtschaft stark, die das Ökosystem als Ganzes schützt. Dazu gehören der Verzicht auf Kahlschläge, der Schutz des Waldbodens vor schwerem Gerät und die Ausweisung von Stillgelegten Flächen, in denen sich die Natur ohne menschlichen Eingriff entwickeln darf.
Tipp: Besuchen Sie das Arboretum Main-Taunus zwischen Schwalbach, Sulzbach und Eschborn. Auf ca. 76 Hektar lassen sich dort Waldgesellschaften der gesamten nördlichen Hemisphäre studieren – ein lebendiges Museum der Baumvielfalt.
Energetische Nutzung von Holz
Weiterentwicklung und aktuelle Neupositionierung der Bundesarbeitskreise Energie und Wald des BUND: Die BUND-Kernforderungen des „BUND Standpunkt 18“ zum Thema "Energetische Nutzung von Holz" findet ihr hier.